Wir haben wieder Bock....
Ihr lieben lieben LeserInnen, schön, dass ihr wieder mitlest - schön, dass wir wieder da sind! Also wir sind ja immer da, aber halt hier so auf der Homepage mit einem superfrischen Hühnerpost.
So da - das meinen wir.
Ja also, war nicht so viel los bei uns, wir hatten einfach keinen Bock. Unser ehrenamtliche Mensch war irgendwie die ganze Zeit mit anderen Dingen beschäftigt - aber auf jeden Fall nicht mit uns. Keine Ahnung wo der Mensch sich rumgetrieben hat, wir haben nur die Kontrolle innerhalb unseres Zaunes, alles was außerhalb passiert ist nur für Hühner geeignet die gut im Bogen (über den Zaun) fliegen können.
Ein paar von uns können das, aber die machen das natürlich nicht. (Das macht man auch nicht als nettes Huhn. Und wir Hühner vom Minimarkt sind ja außerordentlich nette Hühner und deshalb machen WIR das schonmal gar nicht.) Aber das führt natürlich auch dazu, dass wir gar keinen Plan haben was außerhalb unseres Mobilheims und dem dazugehörigen Weidestück passiert. In so einem Fall wie dem aktuellen, wo wir wirklich wirklich wirklich gerne wüssten was mit unserem ehrenamtlichen Menschen los ist, ist das natürlich dann doof so ein besonders nettes und artiges Huhn zu sein.
Ja aber dann war der Mensch dann doch wieder da irgendwann. Das war dann für alle besonders schön. Die Schäfchen haben sich über ihre Extraportion Kraftfutter gefreut (da haben sie auch echt lange drauf verzichten müssen) und wir Hühner darüber, dass endlich einmal wieder jemand unsere Eier gebührend bewundert. Das ist besonders wichtig, sonst legen wir nämlich irgendwann keine mehr. Das könnt ihr euch mal merken, Eier sollten stets und immer bewundert werden. Eier sind nämlich ein wahres Wunderwerk der Natur: Sie sehen schön aus, sind stabil, herrlich glatt und anschmiegsam, behaglich und vor allem gemütlich für Küken. Also alles in allem einfach toll. Und noch viel toller ist ja, dass wir diese Eier legen können!
Wir haben gehört, Menschen essen unsere Eier auch gerne. Das können wir so richtig gut verstehen, denn unsere Eier die sind nochmal extra besonders frisch und lecker! Also wenn dann Eier, dann doch bitte von uns! (Wir haben uns übrigens überlegt, dass wir in unseren Posts zukünftig immer so kleine Eier-Werbe-Spots einbauen werden, so ähnlich wie die Insta-Chicks, dann kaufen vielleicht noch mehr Menschen Eier und wir haben einen Grund NOCH mehr Eier zu legen. Ei, Ei, Ei, das wäre überaus famos!).
Also Werbung Ende
Aber nun zur eigentlichen Geschichte für heute: Hildegard (Die schwarze Henne mit dem roten Kamm und den braunen Federn am Hals), die hat ja immer viel zu erzählen. Am liebsten sich selbst und deshalb führt sie ziemlich oft und eigentlich ständig Selbstgespräche - natürlich nur mit sich selbst. Aber da hier niemand niemals alleine ist, hören das natürlcih auch immer alle anderen mit. Und das geht dann in etwa so: “bock, bock, boooooooooooock, bock, backag, boooooock….” weiter brauchen wir das nicht zu erläutern, ihr wisst wahrscheinlich alle was wir meinen.
Also Hildegard lief neulich so wie immer in der Weide herum. Die Sonne schien, Mücken flogen, die Schäfchen dösten unterm Baum und insgesamt war es herrlich ruhig und besinnlich. Eigentlich alles so wie immer. Und dann fing Hildegard - mitten in die Ruhe hinein - auf einmal wieder das selbstgesprächen an. Aber diesmal wars komisch. Ganz anders als sonst. Ganz laut und gerade so als ob sie allen etwas sagen wollte. Es war nämlich eher so: “Bock, Bock, Bock, da, Bock!” Wir anderen dann so: “hä, was geht mit der?!?” Und sie wieder: “backag, backag, Bock!!!! Bock!!!! Bock!!!” Also sie war sichtlich aufgeregt. Und auf einmal hörten wir dann ein zartes dunkles “Bööööh”. Was war denn das? Das war kein Huhn und das war auch kein Familienmitglied von Familie Schaf, die kennen wir, die blöken deutlich höher. Das war - ja und da staunten wir dann nicht schlecht - ein Bock! Na dann doch wohl eher ein Böckchen. Er stand ein bisschen verloren und ängstlich ganz nah am Zaun. Keine Ahnung was der bei uns wollte - sah auch so aus als wüsste er das selbst nicht genau….
Wir gingen dann irgendwann zu ihm hin um ihn näher in Augenschein zu nehmen und bei uns zu begrüßen. Renate als dienstälteste Henne stakste voran, wir anderen im Gänse-, äh Hühnermarsch hinterher. Aber das Böckchen war sehr sehr scheu, denn es nahm direkt reißaus als es uns sah und war dann auch zügig im hohen Gras verschwunden. Wir sind - gar nicht faul - natürlich direkt hinterhergepirscht und haben ihn dann doch nach einiger Zeit noch aus der Nähe betrachten können. Er hat sich dann direkt auch vorgestellt als er merkte, dass wir ihn einfach nur begrüßen wollten. Er heißt Willi und ist ganz schwarz und hat weiße Stulpen an den Beinen. Und hinten am Po, das ist besonders spannend, da zieht sich so ein weißer Strich von einer Hinterkeule zur anderen rüber. Das ist ganz geckig. Eigentlich also ein ganz hübscher Willi. Erinnert so ein bisschen an eine Schwarzbunte Kuh wie man sie hier in der Gegend öfter mal auf der Wiese sehen kann (also das wurde uns so berichtet). Hildegard ist total beeindruckt von Willi und rennt ihm die ganze Zeit hinterher und ruft “Bock, bock, bock, boooooooock”. Er findet’s eher unangenehm oder will sich nicht unterhalten haben wir den Eindruck, er rennt nämlich ständig vor ihr weg. Naja das wird sich hoffentlich bald geben mit der Zeit (hoffen wir für Willi aber auch für Hildegard).
Familie Schaf ist so gar nicht einverstanden mit Willi. Die haben den regelrecht malträtiert. Wir wissen nicht so genau woran das liegt. Vielleicht weil er so ein bisschen kuhmäßig anders aussieht?!? Oder weil er anders riecht? Oder weil er ein Bock ist?!? Egal. Willi darf gerne bei uns bleiben und leben wie ein Huhn - wenn er das möchte versteht sich. Wir finden ihn ziemlich ulkig und adoptieren ihn sehr sehr gerne!
Wir haben jetzt auf jeden Fall wieder so richtig Bock und hoffen ihr könnt den Sommer genauso genießen wie wir!