Frühlings Post
Liebe Minimarkt-FreundInnen,
da sind wir wieder! Dieses Mal tatsächlich mit einem Frühlingsgruß. Die Narzissen blühen schon, die ersten Bienen fliegen und die Vögel zwitschern ganz schön laut.
Und was gibt es bei uns Neues?
Es ist zur Zeit ziemlich aufregend bei uns im Stall!!! Gestern sind nämlich 4 neue Hühner bei uns eingezogen. Also sind wir jetzt 17 Hühner und 2 Hähne. Die vier neuen Hühner heißen Claire, Suzette, Dominique und Amelie.
Wie die Namen schon vermuten lassen, kommen sie (so sagen sie zumindest) gebürtig aus Frankreich. Aus der Stadt Marans. Marans liegt an der Westküste Frankreichs in der Nähe der Stadt La Rochelle.
Wir haben das gegoogelt, schließlich sind wir sehr interessiert an anderen Kulturen. Claire, Suzette, Dominique und Amelie kommen also aus einer Stadt. Einer großen Stadt. Ohne Garten, ohne Grün, ohne Mobilheim. Sie haben bislang nur drinnen gelebt.
So sei das in Städten - sagen sie. Wissen tun wir es nicht genau - wir kennen nur unseren schönen Minimarkt mit seiner schönen Streuobstwiese. Sie haben in Marans mit richtig vielen anderen Hühnern zusammen in einem großen Haus gelebt. Wir stellen uns nach ihrer Erzählung so eine Art Hochaus vor. Ohne Garten, ohne Grün, ohne Mobilheim - gruselig.
Suzette, Dominique und Amelie sitzen bislang nur auf den Sitzstangen im Mobilheim und kucken von oben auf uns herab. Scheinbar wollen sie sich nicht schmutzig machen. Oder das Futter schmeckt ihnen bei uns nicht…..
Claire hat sich schon ein bisschen mit Herta angefreundet. Aber Friederike ist ziemlich eifersüchtig geworden und hat direkt angefangen nach Claire zu picken. Die arme. Friederikes Schnabel ist ganz schön spitz und kann ordentlich wehtun.
Apropos eifersüchtig. Henner und Tjark sind ganz durcheinander wegen dieser vier piek-feinen Französinnen. Natürlich wollten sie direkt demonstrieren wer die Hosen anhat und der Aller-Tollste und Aller-Wichtigste ist. Das Ganze endete in einem waschechten Hahnenkampf. Zum Schluss stand Henner in der einen und Tjark in der anderen Ecke der Weide (storchenmäßig auf einem Bein) und beide haben ihre Wunden geleckt. Sie haben ordentlich Federn gelassen bei ihrem Kampf. So gerupft sehen sie ganz schön albern aus. Claire, Suzette, Amelie und Dominique hat das alles herzlich wenig interessiert. Die haben drinnen auf ihren Stangen gehockt und auf den Rest von uns herabgeschaut.
Sie haben uns erzählt, dass man in Frankreich Coq au vin isst. Renate ist daraufhin ein bisschen panisch geworden. Sie hat Sorge, dass mit den französischen Hühnern nun auch die französische Küche bei uns Einzug erhält. Das muss natürlich auf jeden Fall verhindert werden! Dass es mit diesen beiden Hähnen so aber nicht weiter gehen kann da sind sich alle einig. Als dienstälteste Minimarkt-Henne hat Renate umgehend eine außerordentliche Hühnerversammlung einberufen. Wir haben nun einstimmig abgestimmt (die neuen Hennen haben noch kein Stimmrecht, sie müssen sich erst einmal vernünftig integrieren), dass wir Testosterongesteuerte Auseinandersetzungen bei uns nicht dulden. Schon gar nicht als Imponiergehabe neuer Hennen gegenüber. Da kommen wir als “alte” Hühner uns auch irgendwie ein bisschen seltsam vor. So geht es ja nun nicht. In Rücksprache mit den beiden Streithähnen haben wir deshalb nun beschlossen, dass Henner uns zum nächstmöglichen Zeitpunkt verlässt. Er ist damit auch einverstanden.
Wir sind nun auf der Suche nach einem neuen Wirkungskreis für ihn. Suzette spricht die ganze Zeit davon, dass sie mal wider gerne Hähnchenconsommé essen würde. Wir glauben sie weiß gar nicht was sie da sagt. Ein bisschen Integrationsarbeit steht uns also noch ins Haus. Aber das bekommen wir schon hin, die Hähne haben wir schließlich auch im Griff.
Dominique hat schon angekündigt, dass die französischen Eier ganz besonders toll sind, gerade für Ostern. Die Eifarbe ist nämlich Dunkelbraun und somit eine herrliche Ergänzung zu unserer aktuellen Farbpalette. Wir hoffen, dass die vier sich rasch einleben und uns dann bald ihre tollen Eier präsentieren können. Wir freuen uns schon drauf!